Ihre Oberfläche ist ein Ort der Extreme und gezeichnet von gewaltigen Narben. Titania ist von einem riesigen System aus Verwerfungen und tiefen Schluchten durchzogen, die teils hunderte Kilometer lang sind. Einer ihrer beeindruckendsten Gräben ist Messina Chasma, der mit einer Länge von etwa 1.500 Kilometern fast so groß ist wie ihr gesamter Durchmesser. Neben diesen tiefen Tälern ist sie mit zahlreichen Einschlagkratern übersät, wobei der Krater Gertrude mit rund 326 Kilometern Breite der größte unter ihnen ist.
Wissenschaftler vermuten, dass Titania etwa zur Hälfte aus Wassereis und zur Hälfte aus Gestein besteht. Ihre geologische Geschichte ist faszinierend: Man glaubt, dass sie früher in ihrem Inneren flüssig war. Als ihr Kern dann gefror, dehnte sie sich aus, was dazu führte, dass ihre eisige Kruste förmlich aufplatzte und die riesigen Täler und Gräben bildete, die heute noch zu sehen sind. Trotz dieser dramatischen Vergangenheit wirkt sie heute eher ruhig, auch wenn Infrarotmessungen gezeigt haben, dass sie eine extrem dünne Atmosphäre aus Kohlendioxid besitzt.
Sie wurde im Jahr 1787 von dem Astronomen William Herschel entdeckt, im selben Jahr wie ihr Nachbarmond Oberon. Mit einem Durchmesser von etwa 1.578 Kilometern ist sie der größte der 27 bekannten Monde des Uranus. Sie umkreist ihren Planeten innerhalb seiner gewaltigen Magnetosphäre in einer Entfernung von rund 436.000 Kilometern und benötigt für eine volle Umrundung etwa 8,7 Erdgeburtstage. Genau wie die anderen großen Uranusmonde befindet sie sich in einer gebundenen Rotation und zeigt Uranus daher immer dieselbe Seite.
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Oberflächenstruktur